Öffentlichkeitsarbeit

Das Notfallteam Gschwend wurde im Jahr 2003 durch die beiden Initiatoren Jörg Assenheimer (Freiwillige Feuerwehr Gschwend) und Christopher Mailänder (DRK OG Gschwend) gegründet.

Seit 01. Januar 2004 sind die Kameraden der Gschwender Rettungsorganisationen DLRG, DRK und Freiwillige Feuerwehr im Gemeindegebiet der Gemeinde Gschwend als Helfer vor Ort im Einsatz. 

Berichte

Zeltkirche in Gschwend Helfer und Retter packen aus

 

DLRG, DRK, Feuerwehr und Notfallteam informieren in Gschwend über ihre Arbeit vor Ort und berichten, wie sie belastende Erlebnisse verarbeiten.

Gschwend | ANDREAS BALKO | 04.07.2019 | SÜDWEST PRESSE
Podiumsgespräch, von links: Gerald Luther, Christopher Mailänder (DRK), Corinna Röther (DLRG), Bürgermeister Christoph Hald, René Mursch (Feuerwehr), Simon Sorg (Notfallteam), Dekan Siegfried Jahn. © Foto: Andreas Balko

 

Miteinander im Ehrenamt“ – unter diesem Motto stand ein sowohl unterhaltsamer als auch nachdenklicher Abend mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Feuerwehr und dem Notfallteam am dritten Tag der Zeltkirche in Gschwend. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung, zu der sich über 200 Menschen eingefunden hatten, von der Band „Akzente-Ostalb-Combo“. Durch den Abend führte souverän Gerald Luther.

Örtliches Notfallteam ist oft im Einsatz

Ein Reigen humorvoller Anspiele führte in die Thematik ein. So demonstrierte das DRK Gschwend mit Bobbycars, wie man eine Rettungsgasse bildet. Den durchaus selbstironischen Aufführungen schloss sich eine Podiumsdiskussion an, die von Siegfried Jahn moderiert wurde. Der ehemalige Pfarrer von Gschwend und jetzige Dekan des Kirchenbezirks Blaufelden engagiert sich in der Notfallseelsorge.

Bürgermeister Christoph Hald aus Gschwend machte deutlich, dass ohne das örtliche Notfallteam eine zeitnahe Versorgung von Notfallpatienten nicht möglich sei. Grund dafür ist die Grenzlage der Gemeinde zwischen den Regionen. Simon Sorg vom Notfallteam beeindruckte mit den Einsatzzahlen. Während das Team 2004 etwa 50 Einsätze im Jahr zu verzeichnen hatte, wurden die Helfer im letzten Jahr 219 Mal gerufen. René Mursch, Abteilungskommandant der Feuerwehr, berichtete, was in einem Feuerwehrmann bei einer Alarmierung vor sich geht und wie die Kameraden schwierige Erlebnisse verarbeiten.

Auch noch mit 70 Jahren engagiert sich Christopher Mailänder im DRK. Seine Erfahrung sieht er als Vorteil bei der Verarbeitung schlimmer Erlebnisse bei den Einsätzen. Auch der Austausch mit seiner Familie habe sehr geholfen. Wenn die Reaktionen auf eine schlimme Ausnahmesituation länger als sechs Wochen anhalten, solle man aber auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Zu dieser habe man ebenfalls über die Notrufnummer 112 Zugang. Für die DLRG schilderte Corinna Röther einen typischen Einsatztag am Badesee und informierte über die Schwimmkurse und Trainingsangebote ihrer Organisation.

Notfallseelsorger erzählt von seinen Erfahrungen

Schließlich interviewte Gerald Luther den Moderator. „Als einzige Organisation bringen wir Notfallseelsorger keine Gerätschaften mit zum Einsatzort, sondern nur uns selbst und Zeit“, meinte Siegfried Jahn. Wenn eine Einsatzanforderung bei ihm eingehe, setze er sich zunächst einmal hin, um runterzukommen, und spreche ein Gebet. In der Begegnung mit Menschen, die Schlimmes erlebt haben, kommt es ihm zuallererst darauf an, zuzuhören, präsent und hellwach zu sein. Natürlich kann er auch ein Gebet anbieten, wenn er spürt, dass dies gewünscht wird.

Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert informierte über die Rettungskette. Nach der Vorführung eines Films, den die Rettungsjugend eigens gedreht hatte, präsentierten die Organisationen die Gerätschaften, die sie bei Einsätzen mit sich führen. Wingert schloss den Abend dann ab mit einer Besinnung über die Frage, was ein Menschenleben wert ist. „Unser Umgang mit kranken, verletzten und alten Menschen ist nicht selbstverständlich, sondern aus dem christlich-jüdischen Menschenbild entstanden“, betonte er. Jeder Mensch sei unendlich wertvoll, weil Jesus sein Leben für jeden Menschen gegeben habe. Deshalb lohne sich auch der große Einsatz: „Gott und die Rettungskräfte ziehen an einem Strang, um uns zu retten!“

Medizinische Versorgung in Gschwend Notfallteam: Lebensretter aus Überzeugung

Das Notfallteam Gschwend hat in den zurückliegenden 15 Jahren mehr als 2000 Einsätze absolviert. Die ehrenamtlichen Helfer stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

Gschwend | WOLFGANG PFISTER | 02.05.2019 | SÜDWEST PRESSE

Die Mitglieder des Gschwender Notfallteams retten Leben und sind unverzichtbar geworden. © Foto: pv

Für das Notfallteam Gschwend gibt es keine gesetzliche Vorgabe; es ist die freiwillige Leistung von engagierten Ersthelfern für Bürger in einer medizinischen Notlage. Das Ziel ist eine Erstversorgung so lange zu gewährleisten, bis professionelles Rettungspersonal eintrifft.

Aktuell stehen vier Frauen und neun Männer rund um die Uhr ehrenamtlich bereit. Die exponierte Lage der Gemeinde Gschwend mit ihren 84 Teilorten macht die Versorgung von Notfallpatienten schwierig. Im Jahr 2002 wurden seitens der Gschwender Feuerwehr und des DRK-Ortsvereins erstmals Überlegungen angestellt, wie die Erstversorgung von Notfallpatienten verbessert werden könnte, nachdem die Anfahrtszeit hauptamtlicher Rettungskräfte zwischen 15 und 20 Minuten lag. Hier wollte man etwas ändern und so nahm die Idee Gestalt an, ein Helfer-vor-Ort-Team zu gründen.

Bei einer ersten Besprechung nahmen Frieder Haag, Martin Hinderer und Jörg Assenheimer von der Feuerwehr teil. Christopher Mailänder vom DRK sowie Jürgen Hofmann und Uwe Behnert von der DLRG gehörten ebenfalls zum Gremium. Die Beratung führte zu dem Ergebnis, dass die Mitarbeiter des künftigen Notfallteams aus versicherungsrechtlichen Gründen Mitglied bei Feuerwehr und DRK sein müssten.

Alle machen mit

Funkmeldeempfänger wurden von der Feuerwehr gestellt, die Einsatzkleidung und der Versicherungsschutz kamen vom DRK. Die Schulung übernahm DRK-Ausbilder Christopher Mailänder, praktische Arbeit wurde beim hauptamtlichen Rettungsdienst vermittelt. Durch Vermittlung von Adelbert Burkhard wurde ein erstes Fahrzeug beschafft und die alte Schmiedewerkstatt Frank am Marktplatz zur Garage umfunktioniert.

Am 1. Januar 2004 ging das Notfallteam unter dem Motto „Wir helfen gemeinsam“ mit elf Ehrenamtlichen von Feuerwehr und DRK an den Start. Die DLRG stieß im Jahr 2011 dazu. Im ersten Jahr wurden 40 Einsätze gezählt, im Jahr darauf waren es bereits 52. Im gleichen Jahr erhielt das Notfallteam aus den Händen von Ministerpräsident Günther Oettinger den Ehrenamtspreis des Landes überreicht.

In den kommenden Jahren wurden die Rahmenbedingungen kontinuierlich verbessert. Ein Einsatzfahrzeug mit Allradantrieb wurde beschafft, ein Datenfunksystem installiert, welches Einsatzdaten direkt ins Fahrzeug sendet und zeitgleich eine SMS an die Einsatzkräfte. Damit wurde erreicht, dass von der Alarmierung bis zum Ausrücken des Notfallteams kaum mehr als drei Minuten vergehen. Eine deutlich schnellere Notfallversorgung im nördlichen Gemeindegebiet wurde durch die kreisübergreifende Unterstützung der Rettungswache Gaildorf erreicht.

Dank zahlreicher und großzügiger Spenden wurde 2013 ein neues, geländegängiges Einsatzfahrzeug beschafft, welches in der Folgezeit mit modernsten Geräten ausgestattet wurde. Bei Patienten mit akutem Herzstillstand, bei dem der sichere Tod nach wenigen Minuten eintritt, kam auch das Notfallteam teilweise zu spät. Deshalb sollten in Gschwend möglichst viele Bürger in Basismaßnahmen der Reanimation geschult werden. 2016 wurde die Aktion „100 Pro Reanimation“ ins Leben gerufen und in einer Reihe von Kursen rund 500 junge und erwachsene Gschwender in Basismaßnahmen der Wiederbelebung geschult. Die Alarmierungen erreichten im vergangenen Jahr mit 219 Einsätzen einen Höhepunkt.

Gschwend | RAINER KOLLMER | 16.10.2018 | SÜDWEST PRESSE

Gschwender proben für Extremfall

Die Einsatzkräfte üben an einer Flugzeugattrappe, die sie sich vom Adolf-Würth-Airport in Schwäbisch Hall ausgeliehen haben. Bei der Brandbekämpfung stellt sich unter anderem das Problem, dass 200 Liter Flugbenzin explodieren können.

Die Einsatzkräfte üben an einer Flugzeugattrappe, die sie sich vom Adolf-Würth-Airport in Schwäbisch Hall ausgeliehen haben. Bei der Brandbekämpfung stellt sich unter anderem das Problem, dass 200 Liter Flugbenzin explodieren können. © Foto: Rainer Kollmer

Bei der Kirbe zeigten das Notfallteam und die Freiwillige Feuerwehr, wie sie bei einem möglichen Flugzeugabsturz reagieren würden.

Das Kleinflugzeug, ein Viersitzer, war nur mit zwei Personen bemannt. Es kam von Westen her gerade noch über das Dach der Mehrzweckhalle geschlingert. Anschließend prallte es frontal gegen den Abhang beim Parkplatz. Das Notfallteam und die Feuerwehr von Gschwend hatten sich für die Vorführung ein ungewöhnliches Szenarium für das Publikum ausgedacht. Um 14.15 Uhr wurde die Notfallmeldung der Kategorie mittlere Gefahrenlage abgegeben. Drei Minuten später dröhnten bereits die Signale des HLF 20 der Feuerwehr und des Kombi-Pkw des Notfallteams durch die Hagstraße. Die kräftige Rauchentwicklung bot einen dramatischen Anblick. Der Flugzeugführer war aus dem Cockpit geschleudert worden und lag auf dem Abhang, ein Fahrgast saß noch in der Kabine.

Perfekte Koordination

Die Aufgabenteilung der beiden Gruppen war vorbildlich. Die Rettung und Erstversorgung der Verletzten wurde fachmännisch vom Notfallteam übernommen. Die Feuerwehr, teilweise mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, sicherte unter Führung von Gruppenleiter René Mursch die Brandstelle ab. Immerhin könnte der 200 Liter fassende Benzinvorrat in den Tragflächen explodieren oder bereits ausgelaufen sein.

Jörg Assenheimer, der das Notfallteam mitbegründete, hatte den Flugzeugrumpf mit angebauten Holz-Tragflächen als Übungsobjekt vom Flughafen Schwäbisch Hall besorgt und konnte dem Publikum das Geschehen fachkundig kommentieren. Bereits am Vormittag hatte das Team den vorgeführten Einsatz geübt und eingehend besprochen. Es würden immer mehr Ultraleichtflugzeuge aus glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut. Wenn sie abstürzen und in Brand geraten, würden sich Gase und Dämpfe entwickeln, die die Atemorgane belasten, betonte er die Wichtigkeit der Übung. Atemschutzmasken seien deshalb zwingend erforderlich. Auf die Notwendigkeit dieser Übung mit einem Flugzeug wurde auch deshalb Wert gelegt, weil es in Deutschland in diesem Jahr bereits mehr als 20 Abstürze gab, 19 davon mit Todesfolge, wie dem Bericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung zu entnehmen ist. Auch über die bereits 180 erfolgten Einsätze des Notfallteams in diesem Jahr ist Jörg Assenheimer besorgt: „Das sind im Durchschnitt vier Notfälle pro Woche.“ Aber alle Beteiligten hoffen, dass es in Gschwend nie zu einem echten Flugzeugabsturz kommt. Auf jeden Fall wäre man jetzt zumindest bestens vorbereitet.

 

 

Gschwend | BRIGITTE HOFMANN | 10.06.2016 | SÜDWEST PRESSE

„Landesschau-Mobil“ des SWR dreht – Notfallteam vor der Kamera

Das „Landesschau Mobil“-Team des SWR-Fernsehens ist in Gschwend auf Entdeckungstour. Die Dreharbeiten dauern ein paar Tage.

Foto: Brigitte Hofmann

Das SWR-Team und das Gschwender Notfallteam stellen provisorisch eine Szene nach. Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein (Bildmitte) gibt Anweisung, während sich Markus Heselich, Daniel Wahl und Michael Kronmüller unter den Blicken von Jörg Assenheimer um einen „Verletzten“ kümmern. 

Gut gestärkt vom Mittagstisch im Gschwender „Ochsen“ ist das SWR-Team um Sonja Faber-Schrecklein Punkt 14 Uhr vor der Garage des Notfallteams zur Stelle. „Schießen Sie doch mal los“, fordert die Moderatorin Jörg Assenheimer auf. Er ist umringt von seinen Mitstreitern, die sich für diesen Mittwochnachmittag extra frei genommen haben, um  bei den Aufnahmen dabei zu sein. Jörg Assenheimer berichtet von den Anfängen im Jahr 2003, der guten Zusammenarbeit der Gschwender Rettungsorganisationen, einer dreiminütigen Ausrückzeit und rund 200 Einsätzen im Jahr.  „Toll ist das“, schickt Sonja Faber-Schrecklein ein großes Kompliment in Richtung Einsatzmannschaft. Die Moderatorin ist mit Kamerafrau Ingalena Klute und  Tontechniker Andreas Wetter unterwegs. Außerdem sind Frank Mertel, der eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton absolviert, sowie Andrea Müller von der Redaktion dabei. Inzwischen haben sich auch einige Zuschauer vor Ort eingefunden. Nach der Besprechung, wie weiter vorgegangen werden soll, sind das SWR-Team und  dasNotfallteam bereit, für die Presseleute kurz eine Szene nachzustellen. Der Hauptdreh soll  im Verlauf des Nachmittags erfolgen. Weitere Szenen sind am Badsee und bei Jörg Assenheimer zuhause in Waldhaus geplant. Letztere soll zeigen, wie er nach einer Alarmierung das Werkzeug aus der Hand wirft, um zum Einsatzort zu eilen. Ein bisschen Drumherum gehört eben dazu.

 

 

Gschwend | WOLFGANG PFISTER | 19.04.2016 | SÜDWEST PRESSE

Notfallteam Gschwend präsentiert Aktion zum Thema Leben retten durch Reanimation

Eine ambitionierte Aktion der Gschwender Rettungsorganisationen wurde auf der Leistungsschau des HGV Zukunft Gschwend präsentiert: Herzstillstand - was tun? Gesucht werden rund 1000 Ersthelfer.

Foto: Wolfgang Pfister

Wie wird richtig reanimiert? Bei der Leistungsschau des HGV Gschwend erklärt Notfallhelfer Jörg Assenheimer Birgit Lück die Maßnahmen.

Das Notfallteam Gschwend ist seit seiner Gründung eine Erfolgsgeschichte. Getragen von einer Arbeitsgemeinschaft von freiwilliger Feuerwehr, DRK und DLRG stehen rund ein Dutzend ehrenamtliche Ersthelfer rund um die Uhr bereit, um in medizinischen Notfällen eine Erstversorgung vorzunehmen. Und das meist innerhalb weniger Minuten, bis professionelles Rettungspersonal aus Mutlangen oder Gaildorf eintrifft.

Was aber, wenn der Freund, der Arbeitskollege oder die Großmutter plötzlich mit akutem Herz-Kreislauf-Versagen zusammenbricht? "Jetzt zählt jede Minute", erklärte Jörg Assenheimer vom Notfallteam auf der Gschwender Leistungsschau dem Publikum. Ein Diagramm auf der Videoleinwand zeigte, wie rasant sich die Überlebenschance eines Patienten mit Herzstillstand verringert, wenn nicht sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird. Nach zwei Minuten liegt die Chance bei circa 75 Prozent, nach fünf Minuten nur noch bei 50, nach zehn Minuten gerade noch bei zehn Prozent.

Bei einem Notfall müssen alle mithelfen

Um diese Überlebenschancen wesentlich zu verbessern, müssen die Freunde, Angehörigen oder Arbeitskollegen des Notfallpatienten ran. Und hier setzt das neue Aktionsprogramm der Gschwender Rettungsorganisationen an, welches unter Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministerium steht. Die Aktion "Ein Leben retten - 100 pro Reanimation" entstand vor allem auf Initiative des Berufsverbandes deutscher Anästhesisten. Jörg Assenheimer suchte zum Zeigen von Reanimationsmaßnahmen nach Freiwilligen aus dem Publikum. Nach kurzem Zögern meldete sich Birgit Lück und kam auf die Bühne, wo eine Übungspuppe bereitlag. "Hals überstrecken, Atmung prüfen, wenn nicht vorhanden, einen Notruf an die 112 absetzen, dann sofort mit der Herzdruckmassage beginnen", erklärte Assenheimer.

Das Notfallteam wurde tatsächlich alarmiert, um einen realistischen Eindruck über die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen der Ersthelfer zu vermitteln. Mit durchgedrückten Oberarmen, die Handballen übereinander gelegt und die Finger ineinander verschränkt, musste Birgit Lück rund 100 Herzkompressionen je Minute ausführen, wobei der Brustkorb der Übungspuppe jedes Mal rund fünf Zentimeter nach unten gedrückt wurde. "Anfänglich ist noch ausreichend Sauerstoff im Blut, Atemspende ist deshalb nicht unbedingt erforderlich", wurde den Zuschauern erklärt. Wichtiger sei es, den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten, wobei geschulte Helfer durchaus nach 30 Kompressionen zwei Beatmungen setzen dürfen. Die schnellen Herzkompressionen sind für jeden Ersthelfer ungeheuer anstrengend und müssen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes möglichst ohne Unterbrechung durchgeführt werden. Birgit Lück war ganz froh, als das Notfallteam nach etwa fünf Minuten eintraf und sie ablöste.

Simon Sorg, Joachim Link und Winfried Hofmann demonstrierten die weiteren Reanimationsmaßnahmen, wobei Jörg Assenheimer die dafür eingesetzten Geräte erklärte. Nach dem Ende der Übung folgte der Aufruf an die Besucher, das Aktionsprogramm aktiv zu begleiten.

1000 Ersthelfer sollen bis 2016 ausgebildet werden

Das Ziel der Gschwender Rettungsorganisationen ist ambitioniert: 1000 ausgebildete Ersthelfer bis 2016. Auch die DRK-Gruppe Mittelbronn hat ihre Mitarbeit signalisiert. Bis das Ziel erreicht ist, ist es noch ein weiter Weg, doch das Konzept steht. Es werden Vereine, Dorfgemeinschaften und Betriebe angesprochen. Die Übungseinheiten können vor Ort oder in den Schulungsräumen der Rettungsorganisationen gebucht werden.

 

 

Gschwend | KR | 12.10.2015 | SÜDWEST PRESSE

Gschwender Musikverein feiert Kirbe

Keine Sorge, nichts passiert: Das Notfallteam Gschwend zeigte gestern zur Kirbe eine Rettungsübung.

Aber auch die Veranstaltungen der Gewerbetreibenden auf dem Gschwender Marktplatz entfielen in diesem Jahr. Nicht, weil man nicht mehr mitfeiern möchte, sondern weil man sich auf die große Leistungsschau konzentriert, die im April nächsten Jahres geplant ist. Dennoch nutzten zahlreiche Besucher aus nah und fern die Gelegenheit, zu feiern und das Angebot aus der provisorisch eingerichteten Küche zu genießen. Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt das Übungsszenario, welches das Notfallteam vor der Halle aufgebaut hatte.

 

 

Gschwend | Katharina Dreher | 15.10.2013 | SÜDWEST PRESSE

Notfallteam Gschwend freut sich über das neue allradgetriebene Einsatzfahrzeug

In Gschwend ist die Freude groß. Am Kirbe-Wochenende wurde auch das neue Einsatzfahrzeug des Notfallteams feierlich in Betrieb genommen. Das neue Auto verfügt über Allrad.

Die Pfarrer der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde segneten das neue Fahrzeug und erbaten ebenso den Segen für die Einsatzkräfte. Foto: Dreher 

Auf die Begrüßung durch Teamleiter Jörg Assenheimer folgte ein Rückblick auf die Entstehung des Gschwender Notfallteams: 2002 begann die Planungsphase durch Christopher Mailänder und Jörg Assenheimer. Aufgrund der großen Entfernung zu den nächsten Rettungswachen und damit verbunden langen Anfahrtswegen stellten sich die Begründer die Frage, wie schnellere Hilfe für die Gschwender Bürger gewährleistet werden könne. So entstand ein Jahr später ein kleines "Helfer-vor-Ort-Team". Es bestand aus zehn Mitgliedern. Bereits 2004 folgten erste Einsätze. Im Jahr 2005 wurde ein gebrauchtes Notarztfahrzeug angeschafft, was bis heute bei 914 Einsätzen seine Dienste leistete. Der in die Jahre gekommene Wagen wurde nun durch einen neuen Audi Q5 ersetzt. Laut Assenheimer bietet der mit Funkgeräten und Schränken speziell ausgestattete SUV aufgrund seiner Höhe besseren Schutz für die Einsatzkräfte und werde von anderen Verkehrsteilnehmern deutlicher gesehen. Zudem sei der Audi mit Allradantrieb aufgrund der topografischen Gegebenheiten bestens für den Einsatz in Gschwend geeignet.

Spendengelder finanzieren Wagen

Dem Notfallteam gelang es, die Anschaffung im Wert von 46.000 Euro allein mit Spendengeldern zu finanzieren. Assenheimer bedankte sich bei allen Sponsoren - sowohl Privatpersonen und Unternehmen als auch Vereinen - für die großzügige Unterstützung. Als Andenken wurde eine Spendertafel erstellt.

Zuletzt sprach er die in vielen Vereinen bekannte Problematik fehlender ehrenamtlicher Mitarbeiter an. Seit der Gründung des Notfallteams schwanken die Mitgliederzahlen zwischen acht und zehn, Nachwuchs sei daher stets willkommen.

Im Anschluss richtete Landrat Klaus Pavel sein Grußwort an das Team und zeigte sich beeindruckt von dessen Arbeit. Der Slogan des Notfallteams "Wir helfen gemeinsam" zeige zum einen, dass nicht weggeschaut, sondern aus Eigeninitiative etwas für andere getan werde. Ein solches Miteinander in der Gesellschaft sei sehr wichtig. Pavel sprach den ehrenamtlichen Mitgliedern seine Anerkennung aus. Das an den Tag gelegte hohe Maß an Disziplin, Engagement, Verantwortung und Verlässlichkeit nannte er eine "starke Leistung".

Gschwends Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann dankte dem DRK-Kreisverband Schwäbisch Gmünd für die geleistete Unterstützung und bekundete ihren Respekt gegenüber allen, die sich im Notfallteam engagieren. Zudem sei es ein großer Verdienst der Bürger, Vereine und Firmen, den Kauf finanziell ermöglicht zu haben. Die seit einiger Zeit gut funktionierende kreisübergreifende Kooperation der Rettungsteams begrüßte Kottmann.

Aktuelle Nachrichten

02.02.2020
242 Einsätze in 2019

Neuer Einsatzrekord!




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